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Felix Brummel bei WM auf Rang sechs E-Mail

In diesem Jahr war es wieder soweit: Bei einer Ruder-WM - dem Top-Event der aufstrebenden Sportart - startete erstmals seit 2007 wieder ein RVM-Athlet. Mit Felix Brummel schickte der DRV einen jungen Sportler im Vierer-ohne in den Wettkampf, den das deutsche Boot mit einem soliden sechsten Platz beendete.

 

Zieleinlauf im A-Finale des Männer-Vierer-ohne. Die deutsche Crew mit RVM-Ruderer Felix Brummel im Bug (re.) ist zwar auf dem letzten Rang abgeschlagen, aber immerhin im Finale der besten Sechs überhaupt vertreten. | Fotos: Detlev Seyb / meinruderbild.de

 

 

Durch die WM-Nominierung bestätigte sich die traditionelle Fokussierung auf den Leistungssport und die intensive Nachwuchsarbeit im RVM. Felix Brummels (bisheriger) sportlicher Werdegang veranschaulicht dies deutlich: Als Junior am RVM mit dem Rudern gestartet, verbesserte sich unter den Fittichen der vielen engagierten Trainer stetig und stand schon früh bei Deutschen Meisterschaftenauf dem Treppchen. Die Trainingsmühen wurden bald mit internationalen Auftritten in Schwarz-Rot-Gold - zunächst in der Leichtgewichtsklasse - belohnt. Konsequent richtete Brummel sein Leben auf den Leistungssport aus und zog nach Dortmund, um dort Studium und Training am Olympiastützpunkt unter einen Hut bringen zu können. Nachdem der Weltruderverband die Bootsklassen für die Leichtgewichte stark zusammengestampft hatte, wagte Brummel mutig den Wechsel in die offene Gewichtsklasse, der sich nun in diesem Jahr mit der WM-Nominierung als goldrichtig erwies.

 

Im Vorfeld der im bulgarischen Plovdiv ausgetragenen WM 2018 hatte der deutsche Vierer-ohne - in der Besetzung mit Felix Drahotta (ORC Rostock), Peter Kluge (RV Celle), Nico Merget (Frankfurter RG) und dem Münsteraner Brummel - eine wechselhafte Saison hinter sich: Nachdem der erste World-Cup mit Platz vier und die nachfolgende Austragung sogar mit Rang drei und dem gelben Trikots der Führenden zunächst ziemlich aussichtsreich verlief, erlebte die Crew beim dritten und letzten World-Cup einen Rückschlag und musste sich mit Platz sechs zufrieden geben. Bei den nachfolgenden Europameisterschaften in Glasgow verbuchte die Mannschaft sogar lediglich Platz sieben - und das ohne die außereuropäische Konkurrenz. Obwohl Brummel und Co. sich nach den letzten Trainingsblöcken vor der WM in Plovdiv optimistisch gaben, musste anhand der wechselhaften Ergebnisse im Vorfeld ein kleines Fragezeichen über dem WM-Auftritt stehen.

 

Blick nach vorne gerichtet: Felix Brummel und seine Gefährten im deutschen Vierer-ohne.

 

Gleich mit dem ersten WM-Rennen setzte das deutsche Boot jedoch ein Ausrufezeichen und meldete sich mit einer starken Leistung zurück: Im Vorlauf erruderten das Quartett Platz zwei und qualifizierte sich direkt für das Halbfinale, ohne den Umweg über den Hoffnungslauf antreten zu müssen. Auch hielt sich der Rückstand auf die Sieger des Vorlaufes - die stark eingeschätzten und als amtierende Weltmeister antretenden Australier - mit etwa zwei Sekunden in klaren Grenzen. „Ich hatte vorher schon ein gutes Gefühl und bin jetzt erleichtert, dass die Mannschaft auch das abrufen konnte, was sie kann“, meinte Bundestrainer Tim Schönberg nach dem Rennen.

 

Auch im Halbfinalrennen, das aufgrund von aufgekommenen Starkwinden zeitlich verlegt werden musste, lief es gut für das Schiff mit münsterscher Beteiligung. Kluge machte sogar eine ruderische Steigerung gegenüber dem Vorlauf aus. Platz drei musste für das Weiterkommen ins Finale erreicht werden und der DRV-Vierer meisterte seine Aufgabe mit Bravour. Die Jungs starteten schnell ins Rennen und lagen zunächst auf Rang zwei hinter den WM-Zweiten aus Italien. Bei Streckenhälfte und aufkommenden Gegenwind griffen die Britten an - eine im Vierer-ohne stets ernstzunehmende Crew. Brummel und seine Mitstreiter hielten tapfer dagegen, mussten das Team von der Insel aber nach einem längeren Bord-an-Bord-Kampf an sich vorbeiziehen lassen. Nun lag das deutsche Boot noch auf dem ausreichenden Rang drei, aber von hinten preschten die Boote aus Südafrika und Tschechien an und wollten auch für sich einen Finalplatz ergattern. Aber der erfahrene Schlagmann des deutschen Bootes hielt sein Team souverän im Rennen und mit vereinter Kraft sicherte sich das deutsche Team das Finalticket. Die erste große Hürde war geschafft, mindestens Platz sechs erreicht! Neben riesiger Freude kam erste Hoffnung auf einen Medaillenplatz auf...

 

Völlig ausgepumpt, aber zufrieden. Der deutsche Vierer-ohne steht im WM-Finale!

 

Im Finale lagen neben Brummels Vierer die Boote aus den Niederlanden, Rumänien (frischgebackene Europameister), Italien, Großbrittanien und Australien am Start. Als die Startampeln auf Grün sprangen, preschten alle Boote auf die 2.000 Meter lange Strecke. Das im Sponsor-Grün lackierte Boot vom Stützpunkt Dortmund lag anfangs noch mit Tuchfühlung auf Rang fünf, aber es lief nicht rund: „Wir haben versucht, mit den Briten auf unserer Nebenbahn mitzufahren. Wir mussten aber erkennen, dass das zu aufwändig war, und sie sind uns weggefahren“, berichtete Schlagmann Drahotta über die Situation im Rennen. Während vorne die Post abging, Australien ganz knapp vor Italien den Titel verteidigte und sich die Briten vor den Niederländern Bronze holten, wurde Deutschland noch von Rumänien überrundet und musste deutlich den letzten Platz Vorlieb nehmen.

 

Der DRV-Vierer-ohne, im Vordergrund das auf Bronzekurs liegenden Boot aus Italien.

 

Nachdem die anfängliche Enttäuschung abgeklungen war, konnte RVM-Athlet Brummel ein halbwegs versöhnliches Fazit ziehen: "Wenn das Finalrennen besser gelaufen wäre, könnte ich mit Platz sechs sogar zufrieden sein", so der ehrgeizige Spitzensportler. Ein paar Tage später hatte Brummel dann doch etwas zu feiern: Seinen Geburtstag, und zwar davon gerade mal Nr. 24 - somit dürften dem WM-Novizen noch einige Jahre bleiben, um sich mit der Weltelite des Rudersports messen zu können.

 

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